Legasthenie-Therapie

Legasthenie-Förderung für Kinder aus den Bereichen Kiel, Gettorf und Eckernförde

Legasthenie-TherapieDie Legasthenie-Therapie ist neben der Ergotherapie einer der Schwerpunkte in unserer therapeutischen Arbeit im Lindenhof. Die Kinder werden durch speziell ausgebildete Lerntherapeuten und Lehrer betreut und gefördert. Die Förderung findet größtenteils als Einzelförderung oder in Zweiergruppen statt. Für Tests zur Feststellung einer Legasthenie arbeiten wir mit externen Kinder- und Jugendpsychologen zusammen.

Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass Kinder mit einer festgestellten Legasthenie teilweise sehr erstaunliche Fähigkeiten auf anderen Gebieten haben. Diese Fähigkeiten zu erkennen und weiter zu fördern, kann ein zusätzlicher Ansatz sein, um die weitere Entwicklung des Kindes positiv zu beeinflussen.

Erscheinungsbild und Therapie der Legasthenie

Es wird unterschieden zwischen

  • Der Lese-Rechtschreibstörung,
  • der isolierten Rechtschreibstörung
  • und der kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten.

Zuerst können Probleme beim Aufsagen des Alphabets, bei der Benennung von Buchstaben oder beim Bilden von Reimen auftreten. Später zeigen sich dann oft Leseprobleme wie:

  • Wörter oder Wortteile werden verdreht, ausgelassen, oder falsch hinzugefügt
  • langsame Lesegeschwindigkeit;
  • Buchstaben, Silben und Wörter werden ersetzt
  • langes Zögern beim Vorlesen,
  • Die Zeile im Text wird verloren
  • Im Satz werden Wörter vertauscht
  • In Wörtern werden Buchstaben vertauscht

Auch im Leseverständnis können sich Probleme zeigen:

  • Gelesenes kann nicht wiedergegeben werden, es werden aus dem Gelesenen keine Schlüsse gezogen oder der Zusammenhang wird nicht erkannt
  • Beim Beantworten von Fragen bezieht sich das Kind nicht auf den gerade gelesenen Text, sondern die Fragen werden aus dem allgemeinen Wissen des Kindes beantwortet.

Alle Kinder machen beim Erlernen des Lesens und Schreibens, anfänglich die gleichen Fehler, jedoch in verschieden starkem Ausmaß, wobei die Probleme bei den meisten Kindern sehr schnell abnehmen und schließlich weitgehend verschwinden. Diese Lese- und Rechtschreibfehler sind also nicht ausschließlich typisch für Kinder mit Legasthenie, sondern treten hier nur verstärkt auf.

Legastheniker machen die Fehler wesentlich häufiger und über lange Zeit konstant. Auffällig ist, dass die Fehler nicht konstant sind. Es wird dasselbe Wort wird immer wieder unterschiedlich falsch geschrieben.

Unter therapeutischen Gesichtspunkten eine kann eine Unterteilung in folgende Fehlerarten vorgenommen werden:

Phonemfehler (Verstöße gegen die lautgetreue Schreibung, Verstöße gegen die Buchstaben-Laut-Zuordnungsregeln)

Wortdurchgliederungs-Probleme: Auslassungen, Verdrehungen, Hinzufügungen

Regelfehler bei Abweichungen von der lautgetreuen Schreibung (Ableitungsfehler, Groß-/Kleinschreibungsfehler)

Merk- oder Speicherfehler (Verstöße gegen die regelhaften Abweichungen)

Legasthenie: Prävention und Therapie

wenn sie frühzeitig erkannt wird kann Legasthenie sehr effektiv behandelt werden.

Am meisten Erfolg haben innerhalb der ersten Schulklasse, oder präventive Maßnahmen vor dem eigentlichen Schriftspracherwerb. Diese Maßnahmen gehen die Diagnose und die Förderung der phonologischen Bewusstheit voran Mögliche Schwierigkeiten sollten erkannt und angegangen werden, bevor nachfolgend Probleme im Schriftspracherwerb auftreten.

Wenn bei einem Kind dauerhafte Probleme in der Schriftsprache bestehen bleiben, empfiehlt es sich so frühzeitig wie möglich mit der Förderung zu beginnen.

Fördermaßnahmen haben ihre größte Wirkung in den beiden ersten Grundschulklassen, danach werden die Probleme sehr schnell chronisch..

Folgende Trainingsprogramme sind m deutschen Sprachraum anerkannt und z. T. wissenschaftlich überprüft:

  • „Kieler Leseaufbau“ nach Dummer-Smoch & Hacketal
  • „Lautgetreue Rechtschreibförderung“ nach Reuter-Liehr
  • „Marburger Rechtschreibtraining“ nach Schulte-Körne & Mathwig
  • „Legasthenie-Training nach der AFS-Methode“ nach Kopp-Duller
  • „Pädagogische LRS-Therapie“
  • „Lautwortoperationsverfahren“ nach Kossow

Diese Verfahren führen je der individuellen Symptomatik und nach dem Alter des Kindes zu Verbesserungen der Lese- und/oder Rechtschreibleistung. Es wird aber meist kein durchschnittliches Schriftsprachniveau erreicht. Bei einem Teil der Kinder bestehen die Probleme trotz intensiver, langjähriger Förderung fort. In diesen Fällen hat die Entlastung der betroffenen Schülerinen und Schüler vom schulischen Notendruck Priorität Häufig wird die Legasthenie von einer massiven. Schulangst oder anderen Problematiken begleitet. Hier ist oftmals eine Ergänzung durch zusätzliche psychologische Interventionen nötig. Die Behandlung von Begleitstörungen kann unter anderem den Abbau von leistungsbezogenen Ängsten, den Aufbau der Lernmotivation, durch Übungen zur Konzentration und Entspannung, durch die Erarbeitung von Selbsthilfemethoden oder Techniken der Fehlerkontrolle und Selbstbestätigung umfassen. Auch die Einübung von Bewältigungsstrategien, wie das Verarbeiten von Fehlererfahrung und Versagenserlebnissen gehört zum Umfang der Legasthenie-Therapie, ebenso wie die Behandlung spezifischer psychopathologischer Symptome wie Einnässen, Schulangst, oder Hilfestellung bei Problemen der sozialen Entwicklung.